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EIN FENSTER ZUM POLNISCH-TSCHECHISCHEN GRENZGEBIET

Seit Jahren kooperiert Dr. Magdalena Matkowska-Jerzyk, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Forschungsstelle für Bohemistik, sowohl mit dem polnischen als auch mit dem tschechischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen, wobei sie in ihre großen internationalen Projekte auch ihre Studierenden mit einbindet. Die Ergebnisse sind sowohl im polnischen als auch im tschechischen Fernsehen zu sehen. Zurzeit arbeitet sie im Rahmen des Projekts „Okno na pogranicze/Spolu na hranici“ [Ein Fenster zum Grenzgebiet] an einer Reihe von Dokumentarfilmen über das polnisch-tschechische Grenzland.

Das Ziel des Projekts ist es, 16 Dokumentarfilme zu drehen, in zwei thematische Staffeln unterteilt. Die erste Staffel dreht sich um den breit verstandenen Tourismus und das Reisen, die zweite will sich auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts konzentrieren. Die Autoren wollen das polnisch-tschechische Grenzland aus dem Blickwinkel der dort lebenden Menschen zeigen. Der Zyklus wird in Koproduktion von TVP3 Wrocław und ČT Studio Ostrava gedreht. Bisher wurde die Hälfte des geplanten Filmmaterials realisiert. Das gesamte Projekt soll bis Ende 2021 durchgeführt werden.

Die polnisch-tschechische Grenzlinie ist ganze 796 Kilometer lang. Das Grenzgebiet umfasst auf polnischer Seite sechs Subregionen: die von Bielsko-Biała und Rybnik (Woiwodschaft Schlesien), die von Jelenia Góra und Wałbrzych (Woiwodschaft Niederschlesien) sowie die von Nysa und Opole (Woiwodschaft Oppeln), und auf tschechischer Seite fünf Regionen: Liberec, Hradec, Pardubice, Olomouc und Mährisch-Schlesien. Dabei handelt es sich um ein sehr vielfältiges Gebiet – sowohl kulturell, historisch, ethnografisch als auch sprachlich und geografisch gesehen. Die Bewohner und Bewohnerinnen dieser Regionen sind außergewöhnlich: Indem sie des Öfteren die Nüchternheit des Lebens auf dem Lande bewusst den Annehmlichkeiten einer Großstadt vorziehen, haben sie sich für das Leben im polnisch-tschechischen Grenzgebiet entschieden. Das Projekt „Okno na pogranicze/Spolu na hranici“ zeigt u. a., warum sie diese Entscheidung getroffen haben.

In der ersten Staffel, die bereits gedreht wurde, werden acht Themen behandelt. Dies sind populäre, aber nicht unbedingt offensichtliche Assoziationen, die mit dem Grenzgebiet in Verbindung gebracht werden: „Felsen“, „Untergrund“, „Küche“, „Wasser“, „Kreise“, „Eisenbahn“, „Querstraßen“ und „Skifahren“. In jeder Episode waren die Autoren bemüht, gewöhnlich je vier Orte zu präsentieren (zwei auf tschechischer und zwei auf polnischer Seite), die – obwohl geografisch verstreut – thematisch ähnlich und durch ein Leitmotiv verbunden sind. Beispielsweise werden in der Episode „Wasser“ Personen aus Opava, Doksy, Rybnik und Bohumin vorgestellt.

Die Filme zeigen, wie das Grenzland heute aussieht: Frei davon, was hier noch bis vor kurzem auf dem Alltag war, also Stacheldraht und bewaffnete WOP-Soldaten, stationiert an der Grenze. Heute ist dies ein gemeinsames Gebiet, dessen Bewohner sich Milch in Tschechien, Brot in Polen und Butter in Deutschland kaufen (wenn sie im sogenannten Turošov sack wohnen) oder aber Sliwowitz in der Slowakei (wenn sie in den Beskiden wohnen) besorgen können. Denn so lebt man heute hier, wenn es keine Grenzen gibt. Tschechen bauen ihre Häuser aus polnischen Materialien, Polen nehmen die ausgezeichneten tschechischen Radwege in Anspruch, und beide fliegen Segelflugzeug bei Javorník und fahren Kajak auf den Mäandern der Oder in der Nähe von Bohumin.

Dass Dr. Magdalena Matkowska-Jerzyk heute die leitende Redakteurin ist, ist ihren Fähigkeiten und der Erfahrung zu verdanken, die sie im Laufe all der Jahre in Zusammenarbeit mit den Fachleuten der beiden Fernsehsender erworben hat. Sie ist zuständig für die redaktionelle und künstlerische Seite und die Drehbuchbetreuung, darüber hinaus koordiniert sie das Projekt inhaltlich auf allen Realisationsetappen. Als interessantes Detail ist in diesem Zusammenhang erwähnenswert, dass sich in Polen und Tschechien sogar die Nomenklatur der Fernsehindustrie voneinander unterscheidet. Es gibt des Öfteren keine Äquivalente für die in einem bestimmten Land verwendeten Begriffe. Auf polnischer Seite sind zuständig für die Standfotos: Marcin Wenzel und Maciej Maciejewski; Paula Jakubowska für die Regie; für den Filmschnitt: Aleksander Stefański; Aleksandra Iwaszczyszyn-Falkowska und Kasia Kozłowska-Domańska für die Produktion. Dr. Magdalena Matkowska-Jerzyk ist neben der Redaktion zusammen mit Paula Jakubowska auch für das Drehbuch verantwortlich. Auf tschechischer Seite ist Josef Albrecht Dramatiker, Tomáš Netočný Drehbuchautor und Xenie Kaduchová Managerin, für die Produktion ist Lenka Poláková zuständig.

Die drei großen beruflichen Leidenschaften von Dr. Magdalena Matkowska-Jerzyk – Journalismus, Bohemistik und das polnisch-tschechische Grenzland – vereinen sich in ihrer Arbeit im Rahmen des Projekts „Ein Fenster zum Grenzgebiet/Spolu na hranici“. Mit dieser Leidenschaft steckt sie an, begeistert ihre Studierenden und vermittelt ihnen, z. B. im Übersetzungs- oder Sprachunterricht, das Wissen und die Erfahrungen, die sie aus dem oben beschriebenen Projekt erworben und gesammelt hat. Aber das ist noch lange nicht alles: Sie ist darüber hinaus bemüht, ihre Studierenden direkt in die Arbeiten am Projekt einzubeziehen. Die Mitglieder des Wissenschaftszirkels der BohemistikstudentInnen an der Universität Wrocław, dessen wissenschaftliche Betreuerin sie ist, engagierten sich sehr gerne an der Produktion. Agnieszka Woźnica absolvierte ein studentisches Praktikum in der Ostrauer Filiale des Tschechischen Fernsehens, und Konrad Duraj, ein Eisenbahnliebhaber, trat in einer der Episoden auf.

Dokumentarfilme zu drehen stellt ein unglaubliches Abenteuer dar, resultiert in einer ganzen Palette an Erfahrungen und ist auch eine gute Lektion in Demut, die uns in der Überzeugung festigt, dass wir unser ganzes Leben lang lernen. Ein großes internationales Projekt durchzuführen ist wie eine Fahrt mit der Horska Dráha, der Achterbahn – man weiß nie, was einen erwartet. Und man kann sehr unterschiedliche Bewohner der Grenzregion treffen: Einige züchten Schnecken in Písek u Jablůnkova, andere rekonstruieren die ehemalige Schmalspurbahn Frýdlant-Heřmanice, und es gibt auch welche, die zur Erholung in den Tiefen des Steinbruchs Šífr bei Opava tauchen gehen.

Das Projekt „Okno na pogranicze/Spolu na hranici“ [Ein Fenster zum Grenzgebiet] wird von 2017 bis 2021 im Rahmen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit INTERREG V-A Polen-Tschechien 2014-2020 realisiert. Ihr Ziel ist es, die Entwicklung des polnisch-tschechischen Grenzgebiets zu fördern.

Videos und Einzelheiten über das Projekt sind auf der Website oknonapogranicze.pl zu finden.

Foto vom Drehort, das im Rahmen des Projekts „Okno na pogranicze/Spolu na hranici“ [Ein Fenster zum Grenzgebiet] aufgenommen wurde. Foto: Privatarchiv

Dodane przez: Tomasz Sikora

9 Jul 2021

ostatnia modyfikacja: 9 Jul 2021