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IM SOMMER KEHRT DER SMOG ZURÜCK

EIN GESPRÄCH ÜBER DIE LUFT IN UNSERER STADT MIT DEM KLIMATOLOGEN TYMOTEUSZ SAWIŃSKI

Sonnenschein bricht durch die Fensterscheiben, das Thermometer zeigt ein gutes Dutzend Grad und die Luft fühlt sich nach Frühling an. Endlich Frühling… und kein Smog mehr! Unsere Klimatologen untersuchten den ganzen Winter hindurch, was wir alles einatmen und ob wirklich Tage zu verzeichnen waren, an denen die Luft in Breslau oder anderen polnischen Städten schlechter war als zum Beispiel in Neu-Delhi in Indien. Der Smog wird aber zurückkehren … an den heißesten Sommertagen.

Apps, die die Luftqualität überwachen, warnten im Januar, Februar und März: Vorsicht! Sehr schlechte Luftqualität: Luftqualitätsnormen wurden um 115, 230 oder sogar 516 Prozent überschritten.

Solche Informationen sind nutzlos, weil sie sich des Öfteren auf die Jahresnorm beziehen – erläutert Dr. Tymoteusz Sawiński, Klimatologe von der Universität Wrocław. – Ein Beispiel: Die durchschnittliche Jahrestemperatur auf der Erdoberfläche beträgt 15 Grad Celsius. Heißt das, gäbe es in Polen im Sommer 35 Grad, würde die Norm um 225% überschritten? Was bedeutet das eigentlich? Nichts. Viel glaubwürdiger ist die Skala, die der Polski Indeks Jakości Powietrza (Polnischer Luftqualitätsindex) empfiehlt, denn diese stützt sich nicht auf die Jahresnorm, sondern auf Augenblickswerte, wie sie hier und jetzt registriert werden. Und eine solche Information wird dann z. B. vom Breslauer Magistrat an den Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel angezeigt. Die erwähnte Skala ist sechsstufig und zeigt optimal, wie wir uns in Bezug auf die Luftqualität verhalten sollten – ob wir z. B. rausgehen können oder besser zu Hause bleiben sollten.

Wie sah die kalte Jahreszeit 2020/21 aus? Klimatologen weisen darauf hin, dass es diesmal im Vergleich zu den Wintern einige Jahre zuvor kälter war – die Durchschnittstemperatur für Dezember, Januar und Februar betrug für Breslau 0,7 Grad Celsius. Zum Vergleich: In der viel wärmeren Saison 2019/20 lag dieser Durchschnittswert bei 3,7 Grad Celsius, und es gab auch praktisch keinen Tag, an dem die Temperatur durchgängig unter 0 Grad Celsius blieb. Und was war das Ergebnis eines solchen Unterschieds? Der durchschnittliche PM2,5-Mittelwert (Feinstaubkonzentration) im Winter 2019/2020 betrug etwa 21 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³), in der laufenden Saison ca. 32 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³).

Dies bedeutet, dass die Luftqualität im Vergleich zum Vorjahr schlechter war, und insbesondere morgens und abends die Luftqualität sehr schlecht sein konnte. Gelegentlich lagen die Feinstaubkonzentrationen über 100 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³). Dass aufgrund dessen Breslau dann zu der Gruppe der am meisten verschmutzten Städte der Welt gezählt wurde, stellt eine grobe Übertreibung dar. Wir haben u. a. Daten von einer der Smog-Episoden im Januar verglichen. Das betrifft den Tag, als Breslau im IQAir-Ranking in der Gruppe der drei am meisten verschmutzten Städte der Welt landete. Es gab damals tatsächlich maximale Feinstaubkonzentrationen von 140 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³), man muss sich aber dessen bewusst sein, dass zur gleichen Zeit die Feinstaubkonzentrationen in asiatischen Städten, z. B. in Dhaka, Lahore oder Neu-Delhi, Werte von 500 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) erreichten. Der Durchschnittswert für diese schlimmste Zeit im Januar lag für Breslau bei 100 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³), während er in asiatischen Städten über 200 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) erreichte – erklärt Dr. Sawiński.

Das Gleiche geschah im März. Von 8. bis 10. März lag Breslau wieder an der Spitze der Rangliste der am meisten verschmutzten Städte der Welt, die auf IQAir veröffentlicht wurde. Konnten die Messergebnisse diesen unwürdigen Platz rechtfertigen?

Der maximale PM 2,5-Wert betrug 97 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³); in dem oben erwähnten Zeitraum wurden auch 7 Stunden schlechter Luftqualität (gemäß dem Polnischen Luftqualitätsindex) verzeichnet, und die durchschnittliche Feinstaubkonzentration lag etwa bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³). Ähnliche Werte waren aber auch in anderen polnischen Städten zu verzeichnen, ganz zu schweigen von den früher genannten asiatischen Städten, wo die durchschnittlichen Feinstaubkonzentrationen 100 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) erreichten und die maximalen Werte gegen 200 µg/m³.

Woher kommen diese Diskrepanzen? Viele Portale stützen sich auf Feinstaubmessungen von kostengünstigen, privaten Pollenzählern, die in eine App eingeloggt sind, welche die Daten automatisch überträgt. Solche Sensoren spielen einerseits eine sehr wichtige Rolle – sie liefern Informationen über die Luftqualität von Orten, an denen es keine professionellen, ständig überwachten Messstationen gibt, z. B. aus dem Netz der Generalinspektion für Umweltschutz (GIOŚ). Andererseits sollten Daten, die von solchen Low-Cost-Sensoren kommen, mit Vorsicht behandelt werden: Ihre Genauigkeit und Zuverlässigkeit sind viel geringer als die von professionellen Sensoren. Sie können zwar als guter Hinweis gelten, aber uns auch in die Irre führen und für unnötige Panik sorgen.

Zeigt das Thermometer ein Dutzend Grad an, bedeutet dies, dass sich die Luftqualität verbessern wird. Wie aber der Klimatologe von der Universität Wrocław erinnert, wird der Smog mit dem heißen Wetter wieder zurückkehren – ein andersartiger, als Folge von Autoabgasen.

– Troposphärisches Ozon entsteht durch die Umwandlung von Stickoxiden im Prozess der Verbrennung flüssiger Brennstoffe. Es kommt zu einer photochemischen Reaktion, wenn es besonders heiß oder warm ist. Stickstoffoxide werden dann in Ozon umgewandelt, das giftig ist. Und diese Ozonverschmutzung in der unteren Schicht der Atmosphäre wird eben als photochemischer Smog bezeichnet – erläutert Dr. Sawiński.

Das Institut für Geographie und Regionalentwicklung der Universität Wrocław befasst sich seit vielen Jahren mit der Untersuchung der Luft in Breslau. Die Messungen werden das ganze Jahr hindurch jeden Tag rund um die Uhr durchgeführt und sind auf der Internetseite der Zakład Klimatologii i Ochrony Atmosfery (Forschungsstelle für Klimatologie und Atmosphärenschutz) abrufbar. Zurzeit wird darüber hinaus vom Institut für Geographie und Regionalentwicklung ein großes Projekt zur Luftqualität, „Czy wiesz czym oddychasz?“ – kampania edukacyjna na rzecz czystszego powietrza („Weißt du, was du einatmest?“ – eine Aufklärungskampagne für sauberere Luft), realisiert.

Dodane przez: Tomasz Sikora

6 Jul 2021

ostatnia modyfikacja: 6 Jul 2021