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NEUE CLARA IMMERWAHR-STIFTUNG – FRAUEN IN DER WISSENSCHAFT

Clara Immerwahr war eine der ersten Studentinnen an der Breslauer Universität und die erste Frau, die an dieser Universität promovierte. Eine tragische Figur, die sich aus Protest gegen unethische Experimente das Leben nahm. Heute will die Clara Immerwahr-Universitätsstiftung durch ihr Gedenken an die erste Frau mit Doktorgrad an der Breslauer Universität vor allem zur Stärkung der Stellung von Frauen in der Wissenschaft beitragen.

„Die Clara Immerwahr-Universitätsstiftung wurde mit dem Ziel gegründet, wissenschaftliche, Forschungs-, didaktische, soziale und auch studentische Aktivitäten zu fördern und zu unterstützen, die die aktive Präsenz von Frauen in der Wissenschaft sowie die Entfaltung der polnischen Gesellschaft im Geiste der Achtung vor der Gleichheit und der Vielfalt wie auch des Gleichgewichts zwischen der Wahrheit, dem Guten und dem Schönen festigen“ – so die Begründer der Stiftung in der Satzung.

– Clara Immerwahr gilt als ein Symbol für uns: die erste Frau, die an der Universität Breslau den Doktorgrad erwarb, äußerst engagiert um ihre wissenschaftliche Forschung. Und zugleich mit einem klaren ethischen Kompass. Sie zahlte den höchsten Preis für die Zurückweisung von unethischen wissenschaftlichen Entdeckungen und der Anwendung der von Männern durchgeführten Forschungen für todbringende Unternehmen. Das Gedenken an sie und das, was sie getan hat, ist für uns eines der Elemente unserer universitären Identität. Ich bin der Meinung, dass es unsere Pflicht ist, das Wissen über sie, ihre Leistungen und ihre ethische Einstellung zu verbreiten – so der Mitbegründer der Stiftung und Rektor der Universität Wrocław, Prof. Przemysław Wiszewski.

Clara Immerwahr kam am 21. Juni 1870 in Wojczyce (Polkendorf) bei Środa Śląska (Neumarkt in Schlesien) zur Welt. Viele assoziieren aber ihren Namen in ersten Linie mit ihrer tragischen Tat, dem Selbstmord am 2. Mai 1915, als sie sich aus Protest gegen die chemischen Experimente ihres Mannes, des Breslauer Nobelpreisträgers Fritz Haber, des Erfinders des tödlichen Senfgases, das Leben nahm.

Eben aus diesem Grunde hat die Stiftung in ihrer Satzung geschrieben: „Clara Immerwahr war die erste Frau, die 1900 trotz vieler Widrigkeiten des Schicksals ihren Doktortitel an der Universität Breslau verteidigte. Ihre wissenschaftliche Karriere, die parallel zu den wissenschaftlichen Leistungen ihres Mannes Fritz Haber verlief, war gekennzeichnet durch die Suche nach der Wahrheit. Anders aber als er, der Nobelpreisträger, huldigte sie Werten wie dem Guten und dem Schönen. Das ethische Dilemma, in dem sie sich wegen der Forschungen [ihres Mannes] an Kampfgasen und deren Einsatz auf dem Schlachtfeld befand, veranlasste sie zu einer dramatischen Tat. Ihre Werte manifestierte sie, indem sie sich das Leben nahm. Mut, Unerschütterlichkeit und Treue zu diesen Werten sollen eine Inspiration für die Tätigkeit der Stiftung sein.“

Den Doktorgrad erwarb sie im Alter von 30 Jahren, am 22. Dezember 1900, als erste Frau an der Universität Breslau. Schon als Kind wollte sie Chemikerin werden… und sie wurde zu einer Sensation, der Hohn und Spott der Männer, die ihre Präsenz an der Universität kritisierten, ergoss sich über sie. Und obwohl sie mit der Bestnote „magna cum laude“ promovierte, konnte sie an der Universität lediglich als Laborantin arbeiten.

– Eine tragische Figur, kompromisslos in ihrem Protest dagegen, dass die Wissenschaft irgendetwas mit Gewalt und Krieg zu tun hätte. Und genau solche Werte wollen wir hier umzusetzen versuchen, aber auf eine sehr moderne, inspirierende und womöglich auch hin und wieder fröhliche Art – sagt Dr. Kamila Kamińska-Sztark, Vizepräsidentin der Stiftung.

Fritz Haber vertrat, obwohl er Clara bereits nach seiner Promotion heiratete und sie die erste Akademiker-Ehe in Deutschland führen, die Ansicht, dass sich seine Frau dem Haushalt widmen sollte, damit er sich der Wissenschaft hingeben konnte. Er wollte seine Frau an seinen Forschungen nicht teilhaben lassen und erlaubte ihr lediglich, seine Artikel ins Englische zu übersetzen. Sie durfte öffentliche Vorlesungen über Chemie… im Haushalt halten. Schon damals wurde gemunkelt, dass die Texte ihrer Vorträge von ihrem Mann verfasst wurden.

Seitdem ist mehr als ein Jahrhundert vergangen, und es gibt trotzdem noch viel zu tun – so die Mitglieder der neu gegründeten Stiftung. Deshalb ist die Clara Immerwahr -Universitätsstiftung bestrebt, „Frauen in der Wissenschaft“ zu fördern, Chancengleichheit herzustellen und den Frauen neue Möglichkeiten zu eröffnen. Die Universität Wrocław ist

eine Hochschule, wo die Studentinnen heute in der Mehrheit sind, während hingegen zum Beispiel in der Professorengruppe nach wie vor mehr Männer zu verzeichnen sind.

– Diese Statistiken zeigen, wie viel es noch zu tun gibt. Unser Hauptziel ist die Förderung von Frauen und Mädchen in der Wissenschaft. Wir wollen die Chancen in der Wissenschaft ausgleichen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen, die zum Beispiel alleinerziehend sind und gleichzeitig auf ihre wissenschaftliche Karriere fokussiert. Wir wollen auch denjenigen Mädchen helfen, die einen erschwerten Zugang zur Universität haben – sagt Prof. Patrycja Matusz, die der Stiftung vorsteht.

Bald wird der Stiftungsrat gewählt. Ihm sollen einflussreiche Frauen aus Wissenschaft, Kunst und Wirtschaft angehören. Mehr über Clara Immerwahr können Sie hier lesen.

Dodane przez: Tomasz Sikora

19 Okt 2021

ostatnia modyfikacja: 19 Okt 2021